Frühförderung im Kindergarten – Bilanz und Zukunft der "Vorsorge neu"
Die "Vorsorge neu" unterstützt die pädagogische und didaktische Arbeit an den Kindergärten bereits ab dem Kennenlernen des Kindes. Landesrat Stemer: "Das Modell bietet die Möglichkeit, die Kinder schon im ersten Kindergartenjahr in ihrer ganzheitlichen Entwicklung genau zu beobachten. Entwicklungsverzögerungen, z.B. in der Sprache oder in der Wahrnehmungsfähigkeit, aber auch spezielle Begabungen können frühzeitig erkannt werden. Fehlentwicklungen können dadurch in vielen Fällen noch korrigiert, Stärken zusätzlich gefördert werden."
Die Kindergärtnerinnen sind aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz in der Lage, ihre Beobachtungen im spielerischen Alltag zu machen. In enger Zusammenarbeit mit dem Elternhaus können sie ein Kind in allen wichtigen Wahrnehmungsbereichen genauer kennen lernen und in der Folge entsprechend fördern. Das Kind wird in seiner körperlichen, sprachlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung betrachtet, in seinem Verhalten, seiner Merkfähigkeit, Konzentration und Aufmerksamkeit. So werden auch jene Wahrnehmungsfunktionen genauer beobachtet und gefördert, die nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen für eine erfolgreiche Bewältigung schulischer Anforderungen notwendig sind.
Die Ergebnisse nach zwei Jahren "Vorsorge neu" sprechen für sich:
- Im Kindergartenjahr 2005/06 waren 19,6 Prozent der Kinder in ihrer Sprachentwicklung verzögert, 2006/07 nur noch 17,7 Prozent. Als sinnvoll hat sich der verlängerte Beobachtungszeitraum für Migrantenkinder erwiesen, da die Kinder mehr Zeit für den Erwerb der deutschen Sprache bekamen.
- In einzelnen Bereichen konnten Entwicklungsverzögerungen durch gezielte Förderung um über 70 Prozent reduziert werden. So ist z.B. der Anteil der Kinder mit Mängeln im rhythmischen Wahrnehmungsbereich von 9,31 auf 2,98 Prozent zurückgegangen.
Signifikante Verbesserungen gibt es auch bei den optisch-graphomotorischen Leistungen (die Fähigkeit, Symbole und Schriftzeichen zu unterscheiden). Der Anteil der Kinder, die in dieser Wahrnehmungsleistung Schwankungen zeigten, betrug im Jahr 2006 noch 28 Prozent und hat sich bis Herbst 2007 auf gut 14 Prozent halbiert.
Um diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen und auch künftig in der Lage zu sein, das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder früh zu erkennen und bestmöglich zu unterstützen, wurden im Frühjahr 2007 neue Förderichtlinien im Personal- und Baubereich beschlossen.
